Ankunft in Aegypten

Hallo,

36 Stunden hat die Reise von Amman nach Kairo gedauert, laenger als gedacht. Schon um halb sieben Uhr haben wir uns gestern auf den Weg gemacht, um den Bus nach Aqaba zu nehmen. Allerdings haben wir dort zur Mittagszeit dann die schnelle Passagierfaehre um ein paar Minuten verpasst. Die Abfahrt der langsamen Autofaehre war erst fuer 22 Uhr angekuendigt. So habe ich dann mehrere Stunden Arabisch gelernt, auf das Gepaeck aufgepasst waehrend die anderen nochmal schnell Schnorcheln waren. Auf der Faehre haben wir Sven getroffen, der uns bis jetzt begleitet. Er ist Student der Regionalwissenschaften fuer den Mittleren Osten, ehemals Orientalistik genannt und studiert in Amman. Wir sind dann gemeinsam mit den Maedels aus Irbid, die am Nachmittag uns am Hafen in Aqaba eingeholt haben, mit dem Bus ab vier Uhr morgens ueber den Sinai nach Kairo gefahren. Da Sven Arabisch spricht und schon mal in Kairo gelebt haben, hat er uns eine kleine Einweisung ueber Kairo gegeben.
Wir sind jetzt in einem netten, billigen Hotel in Downtown untergebracht. Morgen werde ich mir meinen Internationalen Studentenausweis ausstellen lassen, weil man mit ihm hier unendlich viele Rabatte bekommt. Ansonsten geht es mir gut, ich bin zwar muede, aber die naechsten vier Tage in und um Cairo werden voller Museen, Pyramiden und alter Staedten sein. Anschliessend reise ich in den Sueden nach Asuwan...

Viele Gruesse

Euer Matthias

Israel-Palaestina-Reise

Ein frohes neues Jahr euch allen!

Zwei Wochen in einer spannenden Zeit war ich nun in Israel und Palaestina und bin dort vor allem abseits der normalen Touristenziele herumgekommen. Dabei hatte alles so bloed begonnen. Da Johannes Bauchschmerzen hatte, sind wir am 21. Dezember erst so spaet losgekommen, dass wir unten am Toten Meer vor geschlossener Grenze standen. Also Neustart am naechsten Morgen. Wir sind ohne jordanischen oder israelischen Stempel im Reisepass nach Israel eingereist, was ein wenig Ueberredungskunst bedurfte und uns ermoeglicht auch Syrien und den Libanon zu besuchen. Die erste Nacht haben wir bei Nazmi einem Bekannten von Johannes' Eltern verbracht. Mit ihm haben wir einen Rundfahrt um Jerusalem und einen Spaziergang durch Jerusalem gemacht, und er hat uns als Archaeloge viel viel erzaehlen koennen. Danach hat er uns ueber seinen Bruder in einem perfekt gelegenen Hostel fuer spottbillige 6 Euro ein Fuenferzimmer mit anstaendigen Sanitaereinrichtungen und Selbstverpflegung organisiert. Dieser Tag war auch sonst recht stressig, weil der Hessische Rundfunk an diesem Tag auch noch ein Interview machen wollte, mich aber nicht erreicht hatte. Der 24. Dezember war dann ein echt spannender Tag. Morgens bin wieder zurueck zu Nazmi nach Ostjerusalem gefahren, um dort das Live-Interview - Ich hoffe dass ihr am Radio gelauscht habt - zu machen. Danach sind wir nach Bethlehem gefahren, um die Geburtskirche ueber der vermeintlichen Grotte anzuschauen und anschliessend in den internationalen lutherischen Weihnachtsgottesdienst in Bethlehem zu gehen. Abends war ich noch in der Christmette in der deutsch-evangelischen Erloeserkirche in der Jerusalemer Altstadt. Wir waren noch bis Sylvester weiter in Jerusalem. Neben den ganzen antiken und religioesen Statten in und um Jerusalem wie Tempelberg, Klagemauer und Grabeskirche habe ich Holocaust-Museum Yad Vashem, das Israel-Museum und ein paar weitere kleinere Museen besichtigt. Ausserdem habe ich Tagesausfluege nach Massada, der juedischen Festung am Toten Meer, nach Jericho nach Caesarea und Old Jaffa am Mittelmeer und Hebron mit den Graebern von Abraham, Isaak und Josef sowie deren Frauen und den fanatischen Siedlern auf den Daechern der Haeuser der Altstadt, gemacht. In Hebron waren wir nur, weil Nazmi mit seinen guten Kontakten zu palaestinensischen Politik keine Sicherheitsbedenken hatte. An dem Tag hatte es sowieso geschneit, dass kein Mensch irgendwie seine Meinung auf der Strasse gewaltsam publik machen wollte. Sylvester haben wir sieben EMS-Freiwillige im Nahen Osten uns gemeinsam getroffen und haben auf dem Dach eines Hostels aufs neue Jahr angestossen. Am Neujahr sind wir ueber Ramallah nach Nablus gefahren, wo wir einen Islamwissenschaftler besucht haben und zwei Naechte ubernachtet haben. Wir haben morgens die Altstadt angeschaut und konnten dann leider nicht in eine der tradtionnellen Seifenfabriken. Zum Mittagessen waren wir dann bei seiner Familie in Rafat, einem palaestinensischen Dorf in der Naehe der Mauer mit Blick auf Tel Aviv. Die Zeit in der Westbank und Gespraeche mit unseren Gastgebern und auch Nazmi sowie weiteren Bekannten von Johannes haben meinen Horizont stark erweitert.
Die Zeit in der Westbank und mit den Palaestinensischen Intellektuellen, die wir getroffen haben, hat mein Verstaendnis des Palaestina-Konflikt veraendert. Die vielen Checkpoint auf dem Weg nach Nablus waren schon eine Erfahrung an sich. Eine Demonstration in Ramallah mit andauerenden Gewehrsalven in die Luft wegen der Hinrichtung Saddams waren auch nicht ganz ungefaehrlich, so dass wir uns lieber verzogen haben und das Grab Arafats besichtigt haben :-)
Zum Glueck sind wir auf der Rueckfahrt von Nablus nicht in die israelische Razzia in Ramallah gekommen, es war jedenfalls schon ein komischen Gefuehl bei Al-Jazeera die Bilder von den Stellen zu sehen, wo man gerade erst war. Auch der Bericht danach in der Tagesschau verwundert dann einen schon, wenn man gleichzeitig von Nazmi Informationen bekommt, die die Tagesschau einfach nur oberflaechlich erscheinen lassen und auch die Dimension des Einmarsch in Ramallah nicht gut herausstellt. An diesem Abend haben wir uns auch von Nazmi und seiner Frau Haifa verabschiedet, die dafuer mal wieder super fuer uns gekocht hat.

Zur Information: Unsere Besuche in der Westbank besonders in Hebron, Ramallah und Nablus waren weder mit der TSS noch mit dem EMS abgesprochen, wo zu wir aber auch keine rechtlichen Verpflichtungen haben, was wir nachgeprueft haben. Gerade nach dem eigentlich nicht in ihrer Macht stehendem Veto zu unserer Damaskus-Reise, war die Meinung der betreffenden Personen in EMS und TSS zu unseren Reiseplaenen in der Westbank klar. Geht daher als Leser mit diesem Bericht vertraulich um, damit wir im Nachhinein keine Probleme bekommen koennen.

Nun bin ich wieder in Amman, es regnet und die Motivation ist nicht allzu hoch, mit der Arbeit wieder zu beginnen. Zum Glueck sind in zwei Wochen wieder Ferien. Mal schauen, wo es hingeht...

Viele Gruesse

Euer Matthias

Nazmi hat uns gleich am ersten Abend eine Stadtfuehrung zu den wichtigsten Stellen in Jerusalem gemacht

Besuch auf dem Tempelberg

Schnee in Jerusalem

Massada

Tel Aviv bei Nacht von Old Jaffa gesehen

Sylvester-Feier der EMS-Nahost-Freiwilligen auf den Daechern der Jerusalemer Altstadt (v.l: Evi, Mareike, Johannes, Katharina, Anna-Maria, Susanne und ich)

Wir mit Jamal, unserem Gastgeber in Nablus

Aqaba statt Damaskus

Tja, nichts ist aus der Damaskusreise geworden. Zwar hatten wir noch keine Visa, aber das wir sie nicht an der Granze bekommen wuerden, waere sehr unwahrscheinlich mit den Schreiben von der deutschen Botschaft und von der Schnellerschule gewesen. Auch das Hotel in Damaskus war schon gebucht. Und dann reicht die erste von der Hisbollah organisierte Demonstration gegen die aktuelle libanesische Regierung, sowie eine zum Attentat hochsterilisierte Schiesserei mit Explosion bei der versuchten Festnahme eines islamischen Terroristen an syrisch-libanesischen Grenze um bei den Verantwortlichen im EMS und an der TSS die ueber sensibilisierten Alarmglocken schrillen zu lassen. Wer jetzt eigentlich die Entscheidung getroffen hat, ueberhaupt zustaendig ist und wer wem nur den Rat gibt, uns unsere Syrienreise aus meiner Ansicht nichtigen Gruenden zu untersagen, ist noch nicht geklaert. Die Mitarbeiter der TSS haben in grossen Teilen ueber das Verbot nur mit dem Kopf schuetteln koennen.

Am Donnerstag sind wir dann erstmal in Amman geblieben und abends noch mal ins Kino des EU-Filmfestival gegangen, um einen fuer diesen Tag echt passenden Film aus Schweden anzuschauen, in dem es um das Schicksal eines libanesischen Buergerkriegswaisen geht, der nach Schweden flieht. Nach reiflicher Ueberlegung sind wir dann am Freitagmorgen in aller Fruehe in die entgegen gesetzte Richtung, nach Sueden gereist, um das lange Wochenende mit Schnorcheln an Korallen im Roten Meer bei Aqaba zu verbringen. Angeblich ist Aqaba ein warmes Paradies im winterlichen Jordanien, doch viel Muell, starker Land-See-Windsystem-Wind und Probleme mit dem Hotel hinterlassen bei mir ein anderes Bild. Das Hotel wollte mehr Geld kassieren, in dem sie einen mitreisendem TSS-Mitarbeiter in unserem Alter in ein Einzelzimmer stecken wollten, anstatt dass er wie geplant mit Johannes und mir in das schon von uns beiden bezogenen Dreierzimmer geht. Sie haben behauptet, dass es verboten ist, dass Jordanier und Auslaender im gleichen Zimmer schlafen duerfen. Darauf wollten wir dann das Hotel wechseln, um 21 Uhr ist das zu dieser Zeit in Aqaba kein Problem, aber sie wollten Geld fuer einen Tag Gepaeck im Zimmer. Also haben wir uns an die Touristen-Polizei gewendet, die dann sich echt bemueht haben und uns nach einer Stunde empfohlen haben zur Sicherheit im Hotel zu bleiben, damit andere Hotels nicht auch diese Masche durchziehen und dem Hotel klar gesagt haben, dass so ein Verbot nicht existiert und sie uns nicht abkassieren sollen.
Am Samstag sind wir dann Richtung saudische Grenze gefahren um an einem Strand zu schnorcheln. Fuer mich war das erste Mal, dass ich Korallen, Rochen und bunte Fische ausserhalb des Aqariums gesehen haben. Es war echt toll, manchmal auch unheimlich, wenn das Meer an den Korallen so abfaellt und man das permanente Gefuehl hat, hinter einem schwimmt was. Das Wasser war waermer als die Luft, so dass ich gar nicht so gerne wieder aus dem Wasser rausgekommen bin. Dass ich nochmal schnorcheln werde, steht fest, nur eher wenn ich in Aegypten sein werde, also wieder in Aqaba. Vor der Rueckfahrt am Sonntagnachmittag war ich nochmal einkaufen, insbesondere Alkohol, der hier schoen billig ist, weil Aqaba eine Sonderwirtschaftzone ist, und man keine Steuern beim Kauf zahlt. Jedenfalls habe ich jetzt schon ein Weihnachtsgeschenk fuer meinen Erzieher, Wisky.

Die erste Dezemberwoche hat mit viel Arbeit begonnen. Am Montag und gesternabend haben Susanne, Johannes und ich begonnen, mit zwei Jungs aus jeder Family Weihnachtslieder einzustudieren. Lustig, Lustig, Tralala ... koennen jetzt alle sehr gut, und die Aelteren haben nur wenig Probleme mit den Strophen. Naechstes Mal fangen wir auch O du Froehliche an. Bin gespannt wie das mit dem Oe klappt. Dann hatte ich gestern auch das zweite Mal Sport nachmittags mit ein paar Jungs auch der 7. bis 9. Klasse, die unterschiedliche Defizite vor allem aber bei der Konzentration aufweisen. Ich hoffe dass sie im Sport bei mir, das ein wenig verbessern und bis auf einem haben sich gestern alle im Vergleich zu davor gebessert. Gestern vormittag ist auch das Nikolauspaket von meinen Eltern endlich angekommen, so dass zum ersten Mal Weihnachten wirklich in meinem Kopf naeher ruecken. Und jetzt gehts, zum Gluehweintrinken zu Jochen.
Bilder von Aqaba gibts spaeter.

Euch einen frohen 2. Advent am kommenden Sonntag

Euer Matthias

...

Liebe Leute,

leider waren die letzten Wochen recht gefuellt mit Aufgaben, so dass ich kaum noch etwas von mir hoeren liess. So will ich euch einfach an dieser Stelle mal erzaehlen, was in der letzten Zeit passiert ist. Die Umweltprojektwoche war ein mittlerer Erfolg, insbesondere der Ausflug zur Oase Azraq am Sonntag, den 12. November war fuer die Jungs ein Highlight, aber inhaltlich kam meiner Ansicht nach wenig rueber, um die Jungs staerker fuer ihre Umwelt zu sensibilisieren. Dazu kam noch, dass die Achtklaessler aus meiner Familie waehrend der Fahrt durch permanentes Missachten von dem was ihnen die Erzieher untersagt haben, aufgefallen sind. Das Wochenende darauf war ausserplanmaessig wieder ein verlaengertes, da der Ausflug nach Azraq auf den Geburtstag des verstorbenen Koenigs fiel, der hier ein gesetzlicher Feiertag ist. Die Erzieher wollten, dass dieser freie Tag eine Woche spaeter nachgeholt wird und so kam es, dass wir uns wieder ueberlegen mussten, wie man vier freie Tage spontan gestalten kann. Zum Glueck haben wir Besuch von unseren EMS-Mitfreiwilligen aus Irbid bekommen. Nach dem wir sie ab Busbahnhof abgeholt haben, waren wir mit ihnen im beruehmten Hashem-Restaurant in Downtown Amman essen, wo man wahrscheinlich die besten Falafel, den besten Houmus und das beste Full in Jordanien bekommt, ohne dass man inklusive Tee mehr als einen JD zahlt. Selbst der Koenig ist waehrend des Ramadans zum ersten Mal waehrend seiner Regentschaft in das fuer ihn gefaehrliche Downtown gefahren, um dort essen zu gehen. Anschliessend haben wir das Europaeische Filmfestival besucht, wo an diesem Abend der Film "Villa Henriette" kostenlos gezeigt wurde. Am naechsten Morgen sind wir dann alle gemeinsam nach Salt gefahren. Salt war die alte osmanische Provinzhauptstadt Jordaniens und sieht daher am orientalischsten aus. Wir hatten urspruenglich vor, noch das "Holy Land Institut for the Deaf" anschauen, wohin ich nach Ausbruch des Libanonskrieg als erstes hingeschickt werden sollte. Allerdings hat dafuer dann die Zeit gefehlt, mal abgesehen davon, dass am Freitag sowieso kaum einer dagewesen waere. Nachdem wir uns Gaeste wieder zum Busbahnhof zurueck gebracht hatten, haben wir uns spontan dafuer entschieden, nochmal kostenlos ins Kino beim Europaeischen Filmfestival zu gehen, diesmal in den Film "Everybody Famous" aus Belgien. Den Samstag haben wir dann vor allem zur Erholung genutzt. Mehr als einen Tag rumhaengen in der TSS habe ich aber nicht verkraften koennen. Ich bin dann mit Susanne und Evi zur ehemaligen Koenigs-Moschee gefahren, die man zwischen den Gebetszeiten gut besichtigen kann. Danach sind wir zu einer Kunstgalerie gelaufen, in der junge jordanische Kuenstler ihre Werke ausstellen. Schoener als die Bild war der kleine Gartenpark am Rande vom ueberlaufenen und zugebauten Downtown. Am letzten Wochenende habe ich freitag zum ersten Mal die Schreinerei besucht, zu der die anderen relativ haeufig hingehen um an einem Tisch zu werkeln. Danach habe ich den Stall des Schneller-Pferds Burkan zusammen mit Susanne ausgemistet, den auf solche hygienischen Gedanken kommen die fuers Pferd Verantwortlichen nicht. Abends sind dann ein weiteres Mal ins europaeische Kino. Es lief "One Skirt and a Pair of Trousers" aus Ungarn. Sonntag sind wir dann zu viert ohne Katharina zum letzten Gottesdienst des deutschsprachigen evangelischen Gemeinde vor Heiligabend gegangen. Dummerweise hat mein Erzieher mit seiner Frau einen Arzttermin gehabt, der lang gedauert hat, so dass meine Family relativ lang alleine war, auch wenn der Erzieher unter meiner Family oefters mal vorbeigeschaut hat, ob alles in Ordnung ist. In dieser Zeit kam es jedenfalls zu einem Streit zwischen zwei Jungs, wer denn nun als erstes ins Bad darf. Dann sind bei einem die Sicherungen durchgeknallt und hat die Tuer dreimal zu geschmettert, waehrend die Finger des anderen dazwischen waren. Konsequenz: ein gebrochener Finger. Weitere Konsequenzen sind noch nicht klar. Der Vater des Taeter musste jedenfalls das Opfer zum Krankenhaus fahren und fuer die Krankenhauskosten aufkommen. In der letzten Zeit habe ich immer haeufig bemerken muessen, aus welch schwierigen Verhaeltnisse die Leute kommen, so dass sie manchmal halt in der Family austicken. Oder ich beobachte wie ein Junge mit einem total blauen und geschwollenen Ruecken unter die Dusche steigt. Der Direktor, Hanna Mansour, hat mich passend dazu gestern gefragt, ob ich mit solchen schwierigen Kindern und Arbeitsbedingungen gerechnet habe. Meine Antwort war "Nein, aber ich komme mit ihnen klar und kann mit den Bedingungen gut umgehen" Ich muss schon sagen, dass ich ueberrascht bin, wie wenig ich im Vergleich mit den anderen Freiwilligen mit den verschiedensten kleineren und groesseren Problemen konfrontiert bin.

Jetzt muss ich allerdings Schluss machen, um die letzten Vorbereitungen fuer unsere Damaskus-Reise an diesem Wochenende, das schon wieder vier Tage lang ist (drei solche Wochenende in einem Monat), zu treffen. Jaja, wir haben schon viele Ferien hier, aber ich glaube man braucht sie. Dazu passt abschliessend dieses Zitat eines Mitarbeiters der TSS. "In keiner Schule Jordaniens gibt es so viele Ferien"

Viele Gruesse und einen schoene Adventszeit euch allen

Euer Matthias

Autofahren in Jordanien

Da das letzte Wochenende fuer uns sehr ueberraschend wieder ein langes, d.h. von Donnerstag bis Sonntag war (wer rechnet denn damit, dass schon nach einer Woche Schule nach Ferienende), haben wir relativ spontan mal ein Auto gemietet. Am Samstag sind wir zu viert (ohne Katharina) nach dem 2.Teil des Auswertungsgespraech vom Donnerstag mit Musa Al Munaizel, unserem Ansprechpartner vom EMS vor Ort, nach Fuheis, einem Ort westlich vom Amman gefahren, der zu 98 Prozent christlich ist. Bei einem Bekannten von ihm haben wir dann ein Kleinauto gemietet. Johannes durfte dann als erstes sich in den jordanischen Autoverkehr stuerzen, der allerdings nicht sehr gefaehrlich ist. Jordanier fallen am Steuer vor allem durch Unkonzentriertheit und weniger durch Aggressivitaet auf. Als erstes haben wir dann in der wahrscheinlich prunkvollsten Moschee am westlichen Rand vom Amman vorbeigeschaut, in der die koenigliche Familie betet.
Am naechsten Morgen sind wir dann aufgebrochen, um ein paar Sachen am Kingshighway, d.h auf der suedlichen Seite des jordanischen Anteils am Heiligen Land zu besuchen. Doch leider ist an diesem Tag der jordanische Winter entgueltig angefangen. Als wir mit dem Auto in eine Schlucht runterfahren mussten, hat die Sichtweite unter 5 Meter betragen. Insofern war die Fahrt schon ein Erlebnis, da die Burgen und Ruinen "anders" schoen waren, da sie nicht so aussahen, wie ich sie mir vorgestellt hatte.
Erst waren wir in Muchaerus, wo sie die Ruinen der Burg von Koenig Herodes befinden und Johannes der Taeufer hingerichtet wurde, anschliessend haben wir die Kreuzritterburg in Karak weiter suedlich besichtigt und dann sind wir runter ans Tote Meer gefahren, um ohne Nebel zurueck nach Fuheis fahren zu koennen. Den Sonntagabend haben wir dann bei der Familie von Musa in Fuheis auf typisch deutsche Art verbracht, da er eine deutsche Ehefrau und drei Kinder hat. Nach Heute-Nachrichten, Weltspiegel, Tagesschau und Tatort haben wir noch dort uebernachtet. Leider konnten Susanne, sie hat ihren Fuehrerschein im Tresor vergessen, und ich, zu grosse Beine, nicht auch mal Autofahren. Beim naechsten Mal wird daher etwas groesseres gemietet, wo ich mich davor auch mal reinsetze.

Jetzt haben wir erstmal von gestern bis Sonntag eine Umwelt-Projektwoche in der TSS mit ziemlich viel Programm und dann noch den Schneller-Geburtstag. Ich freu mich auf die naechsten Tage...

Viele Gruesse

Euer Matthias


Bilder von der Fahrt

Ruinen der Burg von Herodes, auf der Johannes der Taeufer hingerichtet wurde

Die Anderen im Nebel

Johannes und ich im Nebel

Turm im Nebel

Mauer im Nebel

Suedliches Ende des Toten Meers

Suedliches Ende des Totes Meers

Bilder aus Dana und Petra

Hallo ihr Lieben,

hier sind nun die Bilder von den ersten beiden Stationen meiner Reise durch Suedjordanien waehrend der Ferien am Ende des Ramadans. Wenn ihr mit der Cursor auf den Bildern verweilt, erscheinen Kommentare zu den Bildern, falls ihr es noch nicht bemerkt habt. Viel Spass beim Anschauen

Bilder von Dana

Rummana Campsite

abendliche Kaelte

"Wilder Westen" Jordaniens

Froschkoenig

Ich

Bilder von Petra

Eingang zum Schlucht



Khazneh - das Schatzhaus

Blick vom Hochalter auf die Koenigsgraeber

Tempel am Abstieg vom Hochaltar

Koenigsgrab

"das Kloster"

Ich

Sonnenuntergang in Petra






Erster Hausbesuch

Nach einer anstrengenden ersten Schulwoche nach den Ferien, in denen vor allem die muslimischen Jungs viele Regeln vergessen haben zu schienen, habe ich mich am Donnerstag zum Wochenendbeginn auf den Weg gemacht um einen meiner Jungs zu Hause zu besuchen. Da wir erst eine Auswertungsrunde mit den fuer uns Freiwilligen Verantwortlichem gemacht haben, bin ich dann mit dem Bus alleine nach Madaba gefahren. Ich habe zwar in Amman recht schnell einen Bus bekommen, war aber dann hilflos der Rushhour im Sueden Ammans ausgesetzt, so dass leider nicht mehr die Zeit blieb vor Sonnenuntergang den Heimatort Ma'in anzuschauen, der sehr schoen weil alt ist. Als Einstieg in die Hausbesuche hab ich nach Ansicht meines Erziehers die heftigste Familienhintergrundgeschichte aller Jungs in meiner Wohngruppe mitbekommen. Genauer ins Detail zu gehen waere an dieser Stelle und bei wenig Zeit im Internetcafe fehl am Platz. Jedenfalls kam dann mein Erzieher spaeter auch noch vorbei, weil die Mutter von der Ehefrau meines Erziehers gleichzeitig die Oma und Erziehungsberechtigte des Jungen ist.
Insgesamt war ich dann drei Stunden zu Besuch. Laenger war nicht moeglich, da die letzten Busse nach Amman schon um 19 Uhr fahren.
Morgen steht der naechste Hausbesuch an. Diesmal geht es nach Zarqa, der zweitgroessten Stadt Jordaniens, die in Sichtweite der TSS liegt.

Bilder von Reise durch Suedjordanien

Gestern ist eine meiner schoensten Reisen zu Ende gegangen. Sieben Tage war ich in Suedjordanien unterwegs. Nach zwei Tagen Wandern im Nationalpark "Dana Nature Reserve" habe ich Petra, die antike Hauptstadt der Nabataeer, besichtigt. Nach zwei Tagen und der Ueberwindung unendlich vieler Treppenstufen und Durchwanderung zahlreicher Siqs und Wadis habe ich mich auf den Weg nach Wadi Rum gemacht. Am ersten Tag sind wir im Jeep durch die Wueste gefahren, um die Natur-Highlight wie rote Sandduenen oder Felsbruecken anzuschauen. Die Nacht habe ich in einem Bedouinencamp direkt an einer der Sunset-Sites verbracht. Nach einem tollen Sonnenuntergang gab es ein Abendessen und anschliessend habe ich den tollsten Sternenhimmel meines Lebens bewundert. Der ganze Himmel war voller Sterne, es gab andauernd Sternschnuppen und im Hintergrund schien die Milchstrasse den Himmel zu erleuchten. Eine interessante Begegnung an diesem Abend hatte ich mit einer Gruppe junger Israelis, die ein wenig aus ihrem Leben in Israel erzaehlt haben. Meine heimliche Vermutung, dass einige von ihnen im Suedlibanon gekaempft hatten, hat mir dann einer von ihnen im Gespraech bestaetigt. Weiterfragen habe ich mich an dieser Stelle nicht getraut, da ich irgendwie das Gefuehl hatte, dass sie ihre Erlebnisse dort noch nicht verarbeitet hatten. Am naechsten Tag haben wir zu viert eine Kameltour gemacht, was viel Spass gemacht hat, da ich oft alleine reiten durfte. Allerdings hab ich mir dabei das Kreuz geprellt, was am Sattel lag. Danach sind wir nachmittags durch einen Siq gehikt und anschliessend durch die Wueste wieder um das Gebirge zurueck gewandert. Dabei sind wir von einem sechundsechzigjaehrigen Briten begleitet worden, der schon seit zehn Jahren durch die Welt reist und uns ein wenig von seinen Erfahrungen waehrend der Wanderung erzaehlt hat. Gestern sind wir nach Aqaba ans Rote Meer, allerdings nur um Umzusteigen, da Aqaba aufgrund der Ferien einfach nur ueberfuellt ist. Zurueckkommen werde ich aber sicher.

Von Dana und Petra stelle ich spaeter Bilder ins Internet. Hier jetzt erstmal ein paar Eindruecke aus dem Wadi Rum.

Wadi Rum

Jeep-Fahren

Jeepfahren

Kamelreiten

Mein Kamel

Kamelreiten

Kamelreiten

Beduinen-Camp

Beduinen-Camp

Rote Sandduenen

Rote Sandduenen

Gewaltige Steigungen

Naturwunder

Bruecke aus Fels

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

Aussicht auf die naechsten Wochen

Die naechsten Wochen werden spannend,
naechstes Wochenende gibt es fuer 11 Tage frei, in der wir die jordanischen Highlights Dana Nature Reserve, Petra, Wadi Rum und vielleicht noch Aqaba besuchen werden. Danach findet am 11. Oktober eine Schulparty anlaesslich des Schulgeburtstags statt. Und dann werde ich voll in der Vorbereitung fuer eine Ausstellung deutscher Institutionen an der Jordan University stecken.

Vor zwei Tagen hatten wir ein langes Gespraech mit dem Nahost-Referenten des EMS, der gerade hier auf Dienstreise ist. Dieses Gespraech hat mir sehr dabei geholfen, endlich gewisse, meist unangenehme Vorgaenge und Eigenarten der TSS zu verstehen und die weiteren Monate mit noch mehr Freude in Angriff zu nehmen. Doch dazu mehr ein andermal.

Die erfreulichste Nachricht der letzten Tage war sicherlich, dass wir nun eine jordanische Residence-Card bekommen, so dass wir nicht alle 3 Monate und nach jeder Auslandsreise neue Visa brauchen. Auch der ein oder andere Bluttest nach meiner Ohnmacht beim Blutabnehmen fuer die erste Visaverlaegerung im September mit all den Risiken fuer mich, werden mir nun erspart bleiben. :)

Viele liebe Gruesse

Euer Matthias

Wuestenschloesser

Gestern haben wir eine Eintagestour Richtung Osten gemacht. Wir sind mit Anne und Jochen, den beiden Sportfreiwilligen an der TSS in Jochens Auto gefahren, weil Anne naechste Woche ihr zweimonatiges Praktikum beendet und nach Deutschland zurueckkehrt.
Es war von Anfang an spannend, mal so richtig in die Wueste zu fahren. Komisch war auch der Gedanke, dass man mit den ganzen LKWs nur 4 Stunden haette als geradeaus zu fahren muessen, um mitten im sunnitischen Dreieick im Irak zu landen, wo es wahrlich nicht friedlich zu geht.
Sind wir aber nicht, sondern sind immer mal wieder von der Strasse runter, um die touristisch kaum besuchten Wuestenschloesser aus der Omayyadenzeit zu besichtigen. Sie haben wohl als Residenzen der Omayyaden gedient, um sich dort mit den oertlichen Fuehrern der Bedouinen zu treffen.
In Azraq sind wir dann wieder umgekehrt, um auf einer suedlicheren Route auf dem Rueckweg nach Amman noch weitere Wuestenschloesser anzuschauen. Davor haben wir in Azraq ein Nature Reserve besichtigt, in dem man versucht zumindest im geringen Mass die ehemalige Oase, die zwischenzeitlich leer gepumpt worden war, damit in Amman genuegend Wasser verschwendet werden konnte, wieder herzustellen.

Nach der Rueckkehr hat uns Jochen noch zum Kennenlernen des Ifta, des Fastenbrechens in ein arabisches Restaurant eingeladen, wo es All-You-Can-Eat gab. Kurz bevor der Abendruf des Muezzin erklingt, fingen alle Muslime und dann auch wir an, wie verrueckt Essen auf unserem Tisch zu stappeln, ehe dann um 10 nach 18 Uhr alle essen durften, wobei man mit einer getrockneten Feige und einem Wasser anfaengt. Das Essen war zaki, delicious. So satt war ich bisher hier noch nie. Den gestrigen Abend haben wir anschliessend in der TSS verbracht, ehe ich auf der Dachterasse im Freien geschlafen habe, da ich mir den Schluessel dafuer besorgt hatte.

Wuestenschloesser

WS1

WS2

WS3

WS4

WS5

Eine Festung von Lawrence von Arabien

Festung von Lawrence von Arabien

Azraq Wetlands

AZ1

AZ2

AZ3

Gottesdienst am Toten Meer

Anlaesslich Erntedank fand ein Gottesdienst der deutschen Gemeinde im SPA-Hotel direkt am Toten Meer statt, da die EKD-Vikarstelle in Amman auch fuer Touristen zustaendig ist und die ganzen Luxushotels am Toten Meer gerne bei wichtigen christlichen Festen Raeume zur Verfuegung stellen.
Die Gelegenheit wollte ich mir nicht entgegen lassen, um zumindest schon mal das Tote Meer zu sehen, wenn auch wegen Gips ich nicht baden gehen konnte. Normalerweise kostet ein Tag Baden Im Toten Meer innerhalb der schoenen Straende der Luxushotels bis zu 25 JD, aber wir sind umsonst reingekommen.
Johannes und Evi, die mit der Vikarin und mir schon recht frueh da waren, konnten mir zwar recht viel erzaehlen, wie es sich anfuehlt, aber so richtig vorstellen kann ich mir das nicht. Wenn man unten am Wasser steht, faellt einem auch sofort auf, dass das Tote Meer im Jahr wirklich bis zu einem Meter Wasser verliert, da eine Terasse mit einem Pool nach dem anderen kommt, bis man endlich am Wasser steht.
Der Gottesdienst war nett gemacht, es waren natuerlich nur wenige vielleicht zwanzig Leute da.
Nach dem Gottesdienst haben wir noch mit ein paar Leuten der Gemeinde an eine Terassen gemuetlich beieinander gesessen, ehe wir uns auf die Rueckfahrt nach Amman ueber 1400 Hoehenmeter gemacht haben.

Strand des SPA-Hotels

Strand des SPA-Hotels

Sinkender Wasserspiegel des Toten Meers

Sinkender Wasserspiegel

Johannes und Evi im Toten Meer

Johannes und Evi im Toten Meer

Salz

Abgelagertes Salz

Luxushotels am Toten Meer

Luxushotels am Toten Meer

400 Meter unter Null

Berge am Toten Meer

Blick nach Palaestina

Blick nach Palaestina

Wochenende in Irbid

Vor zwei Wochen war ich Freitag und Samstag in Irbid und Umgebung. Irbid liegt 1 Stunde Busfahrt fuer 1,2 JD noerdlich von Amman entfernt. Bekannt ist sie vor allem wegen ihrer zahlreichen Universitaeten und deswegen auch einer eher liberalen muslimischen Bevoelkerung.
Angekommen in Irbid sind wir von den drei Freiwilligen des EMS in der dortigen integrativen Schule fuer Blinde und Sehbehinderte abgeholt worden. Den Nachmittag haben wir dann in deren eigenen Wohnung verbracht, haben gut miteinander gegessen und vor allem vom Stress der Schulwoche an der TSS erholt. Anderes war auch gar nicht moeglich, wenn man Anfang Oktober nochmal unter Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad Celsius bei Windstille leiden muss. Wir haben die christliche Gastfamilie der drei Freiwilligen im Stockwerk darueber besucht, die sich sehr nett um die drei kuemmert, aber auch ihr Beweglichkeit sehr einschraenkt. Sie duerfen nicht alleine in die Stadt und werden auf der Strecke Schule-Wohnung, die sie alleine gehen duerfen, schon bei leichter Verspaetung angerufen.
Am Abend sind wir dann alle zusammen mit Taxis zur grossen Stadtmeile gefahren, wo wir in ein Cafe mit Lifemusik gegangen sind. Dies war uebrigens der erste Abend, den die drei weiblichen Freiwilligen aus Irbid ausserhalb der Wohnung verbringen durften.
Auch habe ich waehrend des abendlichen Fastenbrechens, als wir eine der wenige Leute auf der Strasse waren, Strassenkinder gesehen, die geraucht und sogar zu schnueffeln schienen.
Meine naechtliche Unterkunft war natuerlich etwas komplizierter, schliesslich duerfen hier unter keinen umstaenden unverheiratete Maenner und Frauen in der gleichen Wohnung uebernachten. Also wurden Johannes und ich beim mit der Gastfamilie verwandten anglikanischen Pfarrer untergebracht, der auch die integrative Blindeneinrichtung gegruendet hat. Immerhin waren wir somit von Anfang an in der Schule, die wir am naechsten Tag kennenlernen wollten.

Das Erscheinungsbild der Schule hat mich beeindruckt. Obwohl sie kein Geld von der anglikanischen Kirche bekommt und auch keine permanenten Spendengelder von einer Partnereinrichtung im Ausland erhaelt, leistet sie viel Arbeit. Sie soll angeblich die einzige Einrichtung im Nahen Osten sein, in der Blinde und Sehbehinderte in den Schulunterricht integriert sind. Im Moment hat die Schule, die bis zur 3. Klasse momentan nur gehen kann, und der dazugehoerige Kindergarten, 80 Kinder aufgenommen. Davon sind 20 Blinde und Sehbehinderte. Ich habe den Englischunterricht der 2. Klasse besuchen koennen. Waehrend die einen vorne mit der wirklich guten Lehrerin die englische Aussprache geuebt haben, sind hinten im Raum an einem Extratische vier blinde Kinder von einer ebenfalls blinden Lehrerin und einer weiteren Lehrkraft in der englische Braille-Schrift unterrichtet worden. Danach haben wir noch an einem Kindergeburtstagsparty im Kindergarten teilgenommen, ehe wir mit dem anglikanischen Pfarrer Samir, der auch deutsch spricht, durch die Schule gefuehrt worden sind. Ich war erstaunt zu welchen Anschaffungen fuer die Blinden wie spezielle Computerprogramme aber auch Schulgelaendegestaltungs-massnahmen trotz Geldmangels im Stande ist.
Nachmittags sind wir EMS-Freiwilligen dann mit einem Minibus in den nordwestlichen Zipfel Jordaniens nach Umm Quais gefahren, um dort die Ruinen von Gedera zu besichtigen, dass eine aehnliche Geschichte und damit Erscheinungsbild wie Jerash aufweist. Zwar sind die Ruinen nicht so eindrucksvoll wie in Jerash, dafuer ist die Lage um so schoener. Man kann den See Genezareth und die Golanhoehen auf der anderen Seite des Tals sehen.
Trotz Gips am linken Bein konnte ich fast alles besichtigen. Nur das Amphittheater wollte ich dann doch nicht von oben betrachten.
Die Rueckfahrt nach Amman haben wir dann Abends nach dem Fastenbrechen angetreten, da wir am Sonntag noch zum Toten Meer wollten.

Kindergeburtstag

Kindergeburtstag

Ankunft in Umm Quais

Ankunft in Umm Quais

Ruinen von Umm Quais

Ruinen von Umm Quais

Saeulen entlang der ehemaligen Hauptstrasse von Gedera

Saeulen entlang der ehemaligen Hauptstrasse von Gedera

Blick auf die Golanhoehen und den See Genezareth

See Genezareth und Golanhoehen

1. Rundbrief

Mein laengst fertiggestellter 1. Rundbrief muesste nun in den naechsten Tagen bei euch in den Briefkaesten landen. Das Abschicken hat sich durch Immobilitaet wegen meines Baenderrisses etwas verzoegert.

Ansonsten und ohne linkes Bein gehts mir echt super. Die Arbeit mit den Jungs aus meiner Familie laeuft und macht mir viel viel Spass. Ich lerne ausserdem fleissig Arabisch.
Mein Konzept basiert auf drei Teilen. Vokabeln bekomme ich von den Jungs. Verben lerne ich mit Hilfe eines Anhangs aus Johannes' Arabischlernbuch, dass man leider nur in Jerusalem kaufen kann. Die sonstige Grammatik lese ich mir hin und wieder ebenfalls in diesem Buch durch und mache mir dazu Notizen.
Dazu kommt, dass ich mit den Leuten und Sitten nach und nach warm werde oder arrangiere.

Dazu wurde kurzfristig das erste laengere Wochenende angesetzt. Das heisst ab heute morgen bis Montag morgen ist frei. Ich werde morgen fuer zwei Tage nach Irbid im Norden Jordaniens reisen um dort die anderen Freiwilligen des EMS im Nahen Osten zu besuchen und die eine oder andere touristische Attraktion ansehen. Am Sonntagabend gehe ich vielleicht zum Erntedankgottesdienst am Toten Meer der kleinen evangelischen deutschen Kirchengemeinde von Amman, vorrausgesetzt wir Freiwilligen bekommen eine Mitfahrgelegenheit. Mit Baden wirds bei mir wohl leider nichts.

Inzwischen steht der Kontakt zu einigen Deutschen, die sich in Jordanien aufhalten. Das Wochenende vor meinem Baenderriss begann unter anderem mit einer Abschiedparty fuer zwei deutsche Polizisten der deutschen Botschaft, zu der wir eingeladen waren, weil sie und ein paar andere Deutsche von der Botschaft und von der GTZ mit uns einmal in der Woche seit Beginn der Schule an der TSS Beachvolleyball spielen. Am naechsten Tag haben wir die Pfarrerin der deutschen ev. Kirchengemeinde von Amman kennengelernt, sie ist aber eigentlich noch Vikarin. Mit ihr, dem neuen Probst der EKD fuer das Heilige Land, der zu Besuch aus Jerusalem gekommen war, und den zwei Archaeologen des Deutschen Ev. Instituts fuer Arachaeologie der Ammaner Zweigstelle von der Zentrale in Jerusalem haben wir im Garten des Instituts Kuchen gegessen. Der Probst kam am Samstag dann auch nochmal an der Schneller-Schule vorbei. Ausserdem haben wir nachmittags wieder Beachvolleyball gespielt. Am Sonntag sind wir dann quer durch Amman zum Besuch des Einfuehrungsgottesdienst des Probst gefahren und anschliessend zum Gemeindeabend wieder ins Institut, um dort noch einen Vortrag des Probstes ueber "Toleranz aus Glauben" zu hoeren. Ein wahrlich deutsches Wochenende...

Viele herzliche Gruesse nach Deutschland

Euer Matthias


Wochenendbeginn

Wochenende

Ramadan

Wie ihr vielleicht aus den Nachrichten mitbekommen hat, fasten die Muslime seit 4 Tagen, weil der Fastmonat Ramadan im islamischen Kalender begonnen hat. Das hat auch fuer den Schulalltag an der christlichen TSS Konsequenzen. Alle muslimischen Jungs, die nach Hause koennen, kommen nach der morgendlichen Schule nicht in die "Family", sondern fahren nach Hause. Ein paar muslimische Kinder bleiben im Internat und essen und trinken wie selbstverstaendlich von Sonnenaufgang bis -untergang nichts. Ausserdem haben sie zwei Mahlzeiten am Abend und fruehstuecken frueher. Davon dass ein paar christliche Jungs an der TSS mitfasten, wie es in dem einem oder anderem Bericht ueber die TSS heisst, habe ich noch nicht mitbekommen.

Auch als Christ ist man in Jordanien vom Ramadan betroffen. Es ist verboten tagsueber in der Oeffentlichkeit zu essen oder zu trinken. Wie strikt das durchgezogen wird, ist uns noch nicht klar, aber auf jeden Fall kann einem Zorn einiger veraergerter Muslime jederzeit entgegenschlagen. Auch hoeren alle Muslime nach halbzwei Uhr auf zu arbeiten und alle Restaurant und Essensstaende bleiben bis Sonnenuntergang geschlossen.
Uns Freiwilligen wurde geraten, waehrend des Ramadan noch sensibler aufzutreten wie sonst, gerade weil hungrige Menschen gereizter sind. Die naechsten Wochen werden jedenfalls einige der interessantesten in Jordanien sein.

20. Geburtstag

Ein herzliches Dankeschoen fuer die Anrufe und Email mit Glueckwuenschen aus Deutschland und sonst wo.

Die Kinder und mein Erzieher haben von meinem Geburtstag erst mal gar nichts erfahren, damit sie nicht ihr ganzes Taschengeld fuer Geschenk und Essen und Getraenke fuer eine Geburtstagsparty ausgeben konnten. Mit meinen Mitfreiwilligen habe ich dann gemeinsam gefruehstueckt. Es gab Obstsalat und auch einen Geburtstagskuchen.
Nach der Abendessen haben mir meine Jungs dann "Happy Birthday" auf Englisch und Arabisch gesungen. Dabei haben sie so laut gesungen, geklatscht und gestampft, dass es selbst am weiter entfernten Eingangstor zum Schneller-Gelaende gut zu hoeren war. Dann haben wir noch gemeinsam Pepsi getrunken und Kuchen gegessen, was ich vormittags eingekauft hatte.

Ein Paeckchen aus Deutschland mit Geschenken von meiner Familie war rechtzeitig eingetroffen. Von den anderen Freiwilligen habe ich unter anderem drei selbstgemachte Jonglierbaelle geschenkt bekommen, denn ich hab mir inzwischen und ueberraschend schnell unter Katharinas Anleitung Jonglieren zumindest in der einfachen Version gelernt. Ausserdem habe ich von der Schule ein Schneller-Poloshirt geschenkt bekommen.

Aussenbandriss

Letzte Woche Montag bin ich ungluecklicherweise beim Basketballspielen auf dem Schuh eines anderen umgeknickt und hab dann von einem Orthopaeaden, der zu den Vertrauensaerzten der deutschen Botschaft gehoert, einen Aussenbandriss diagnostiziert bekommen. Seitdem trage ich einen Kunstgips am linken Bein knieabwaerts, den ich insgesamt 4 Wochen mit mir rumschleppen werden. Danach bekomme ich fuer zwei weitere Wochen einen Aircast, mit dem ich dann wieder normal laufen werde koennen. Inzwischen bin ich wieder halbwegs mobil, nachdem ich die ersten Tage im Gips fuers Abschwellen des Knoechels vor allem im Liegen und mit hochgelegten Bein verbracht habe. Auch bin ich jetzt wieder im "Family"-Alltag voll dabei und kann halt nur in der Playtime kein Sport machen. Davor habe ich eine Woche nur in der Family geschlafen und habe die Jungs nur vom Wecken bis zur Schule und in der abendlichen Playtime gesehen.

Das Gesundheitssystem in Jordanien ist gut, wenn man das entsprechende Kleingeld hat. Vom obengenannten Orthopaeaden habe ich mich am Tag danach in einer "westlichen" Klinik behandeln lassen, nachdem am Abend der Verletzung ich in einem islamischen Hospital in Marka geroentgt wurde und mir dann nur diagnostiziert wurde, dass nichts gebrochen ist. Ausserdem wurde mir noch ein Verband bei schiefer Fusshaltung angelegt. Und da ich wusste, dass ich was an den Baendern hatte, bin ich am naechsten Tag noch mal selbststaendig losgezogen. Fuer Reha-Massnahmen ist uebrigens gesorgt, da ein Sportwissenschaftler und eine Sportstudentin ebenfalls Freiwillige an der Schule sind und ich von ihnen Unterstuetzung zugesagt bekommen habe.

Mein hochgelegtes Bein in Kunstgips

P.S.: Der arabische Genesungsspruch, den ich gerade recht haeufig hoere, lautet "salamtak". Ich muss darauf meinerseits mit "ala ysalmak" antworten, wie es im Arabischen halb bei Spruechen so ueblich ist.

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