Aussicht auf die naechsten Wochen

Die naechsten Wochen werden spannend,
naechstes Wochenende gibt es fuer 11 Tage frei, in der wir die jordanischen Highlights Dana Nature Reserve, Petra, Wadi Rum und vielleicht noch Aqaba besuchen werden. Danach findet am 11. Oktober eine Schulparty anlaesslich des Schulgeburtstags statt. Und dann werde ich voll in der Vorbereitung fuer eine Ausstellung deutscher Institutionen an der Jordan University stecken.

Vor zwei Tagen hatten wir ein langes Gespraech mit dem Nahost-Referenten des EMS, der gerade hier auf Dienstreise ist. Dieses Gespraech hat mir sehr dabei geholfen, endlich gewisse, meist unangenehme Vorgaenge und Eigenarten der TSS zu verstehen und die weiteren Monate mit noch mehr Freude in Angriff zu nehmen. Doch dazu mehr ein andermal.

Die erfreulichste Nachricht der letzten Tage war sicherlich, dass wir nun eine jordanische Residence-Card bekommen, so dass wir nicht alle 3 Monate und nach jeder Auslandsreise neue Visa brauchen. Auch der ein oder andere Bluttest nach meiner Ohnmacht beim Blutabnehmen fuer die erste Visaverlaegerung im September mit all den Risiken fuer mich, werden mir nun erspart bleiben. :)

Viele liebe Gruesse

Euer Matthias

Wuestenschloesser

Gestern haben wir eine Eintagestour Richtung Osten gemacht. Wir sind mit Anne und Jochen, den beiden Sportfreiwilligen an der TSS in Jochens Auto gefahren, weil Anne naechste Woche ihr zweimonatiges Praktikum beendet und nach Deutschland zurueckkehrt.
Es war von Anfang an spannend, mal so richtig in die Wueste zu fahren. Komisch war auch der Gedanke, dass man mit den ganzen LKWs nur 4 Stunden haette als geradeaus zu fahren muessen, um mitten im sunnitischen Dreieick im Irak zu landen, wo es wahrlich nicht friedlich zu geht.
Sind wir aber nicht, sondern sind immer mal wieder von der Strasse runter, um die touristisch kaum besuchten Wuestenschloesser aus der Omayyadenzeit zu besichtigen. Sie haben wohl als Residenzen der Omayyaden gedient, um sich dort mit den oertlichen Fuehrern der Bedouinen zu treffen.
In Azraq sind wir dann wieder umgekehrt, um auf einer suedlicheren Route auf dem Rueckweg nach Amman noch weitere Wuestenschloesser anzuschauen. Davor haben wir in Azraq ein Nature Reserve besichtigt, in dem man versucht zumindest im geringen Mass die ehemalige Oase, die zwischenzeitlich leer gepumpt worden war, damit in Amman genuegend Wasser verschwendet werden konnte, wieder herzustellen.

Nach der Rueckkehr hat uns Jochen noch zum Kennenlernen des Ifta, des Fastenbrechens in ein arabisches Restaurant eingeladen, wo es All-You-Can-Eat gab. Kurz bevor der Abendruf des Muezzin erklingt, fingen alle Muslime und dann auch wir an, wie verrueckt Essen auf unserem Tisch zu stappeln, ehe dann um 10 nach 18 Uhr alle essen durften, wobei man mit einer getrockneten Feige und einem Wasser anfaengt. Das Essen war zaki, delicious. So satt war ich bisher hier noch nie. Den gestrigen Abend haben wir anschliessend in der TSS verbracht, ehe ich auf der Dachterasse im Freien geschlafen habe, da ich mir den Schluessel dafuer besorgt hatte.

Wuestenschloesser

WS1

WS2

WS3

WS4

WS5

Eine Festung von Lawrence von Arabien

Festung von Lawrence von Arabien

Azraq Wetlands

AZ1

AZ2

AZ3

Gottesdienst am Toten Meer

Anlaesslich Erntedank fand ein Gottesdienst der deutschen Gemeinde im SPA-Hotel direkt am Toten Meer statt, da die EKD-Vikarstelle in Amman auch fuer Touristen zustaendig ist und die ganzen Luxushotels am Toten Meer gerne bei wichtigen christlichen Festen Raeume zur Verfuegung stellen.
Die Gelegenheit wollte ich mir nicht entgegen lassen, um zumindest schon mal das Tote Meer zu sehen, wenn auch wegen Gips ich nicht baden gehen konnte. Normalerweise kostet ein Tag Baden Im Toten Meer innerhalb der schoenen Straende der Luxushotels bis zu 25 JD, aber wir sind umsonst reingekommen.
Johannes und Evi, die mit der Vikarin und mir schon recht frueh da waren, konnten mir zwar recht viel erzaehlen, wie es sich anfuehlt, aber so richtig vorstellen kann ich mir das nicht. Wenn man unten am Wasser steht, faellt einem auch sofort auf, dass das Tote Meer im Jahr wirklich bis zu einem Meter Wasser verliert, da eine Terasse mit einem Pool nach dem anderen kommt, bis man endlich am Wasser steht.
Der Gottesdienst war nett gemacht, es waren natuerlich nur wenige vielleicht zwanzig Leute da.
Nach dem Gottesdienst haben wir noch mit ein paar Leuten der Gemeinde an eine Terassen gemuetlich beieinander gesessen, ehe wir uns auf die Rueckfahrt nach Amman ueber 1400 Hoehenmeter gemacht haben.

Strand des SPA-Hotels

Strand des SPA-Hotels

Sinkender Wasserspiegel des Toten Meers

Sinkender Wasserspiegel

Johannes und Evi im Toten Meer

Johannes und Evi im Toten Meer

Salz

Abgelagertes Salz

Luxushotels am Toten Meer

Luxushotels am Toten Meer

400 Meter unter Null

Berge am Toten Meer

Blick nach Palaestina

Blick nach Palaestina

Wochenende in Irbid

Vor zwei Wochen war ich Freitag und Samstag in Irbid und Umgebung. Irbid liegt 1 Stunde Busfahrt fuer 1,2 JD noerdlich von Amman entfernt. Bekannt ist sie vor allem wegen ihrer zahlreichen Universitaeten und deswegen auch einer eher liberalen muslimischen Bevoelkerung.
Angekommen in Irbid sind wir von den drei Freiwilligen des EMS in der dortigen integrativen Schule fuer Blinde und Sehbehinderte abgeholt worden. Den Nachmittag haben wir dann in deren eigenen Wohnung verbracht, haben gut miteinander gegessen und vor allem vom Stress der Schulwoche an der TSS erholt. Anderes war auch gar nicht moeglich, wenn man Anfang Oktober nochmal unter Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad Celsius bei Windstille leiden muss. Wir haben die christliche Gastfamilie der drei Freiwilligen im Stockwerk darueber besucht, die sich sehr nett um die drei kuemmert, aber auch ihr Beweglichkeit sehr einschraenkt. Sie duerfen nicht alleine in die Stadt und werden auf der Strecke Schule-Wohnung, die sie alleine gehen duerfen, schon bei leichter Verspaetung angerufen.
Am Abend sind wir dann alle zusammen mit Taxis zur grossen Stadtmeile gefahren, wo wir in ein Cafe mit Lifemusik gegangen sind. Dies war uebrigens der erste Abend, den die drei weiblichen Freiwilligen aus Irbid ausserhalb der Wohnung verbringen durften.
Auch habe ich waehrend des abendlichen Fastenbrechens, als wir eine der wenige Leute auf der Strasse waren, Strassenkinder gesehen, die geraucht und sogar zu schnueffeln schienen.
Meine naechtliche Unterkunft war natuerlich etwas komplizierter, schliesslich duerfen hier unter keinen umstaenden unverheiratete Maenner und Frauen in der gleichen Wohnung uebernachten. Also wurden Johannes und ich beim mit der Gastfamilie verwandten anglikanischen Pfarrer untergebracht, der auch die integrative Blindeneinrichtung gegruendet hat. Immerhin waren wir somit von Anfang an in der Schule, die wir am naechsten Tag kennenlernen wollten.

Das Erscheinungsbild der Schule hat mich beeindruckt. Obwohl sie kein Geld von der anglikanischen Kirche bekommt und auch keine permanenten Spendengelder von einer Partnereinrichtung im Ausland erhaelt, leistet sie viel Arbeit. Sie soll angeblich die einzige Einrichtung im Nahen Osten sein, in der Blinde und Sehbehinderte in den Schulunterricht integriert sind. Im Moment hat die Schule, die bis zur 3. Klasse momentan nur gehen kann, und der dazugehoerige Kindergarten, 80 Kinder aufgenommen. Davon sind 20 Blinde und Sehbehinderte. Ich habe den Englischunterricht der 2. Klasse besuchen koennen. Waehrend die einen vorne mit der wirklich guten Lehrerin die englische Aussprache geuebt haben, sind hinten im Raum an einem Extratische vier blinde Kinder von einer ebenfalls blinden Lehrerin und einer weiteren Lehrkraft in der englische Braille-Schrift unterrichtet worden. Danach haben wir noch an einem Kindergeburtstagsparty im Kindergarten teilgenommen, ehe wir mit dem anglikanischen Pfarrer Samir, der auch deutsch spricht, durch die Schule gefuehrt worden sind. Ich war erstaunt zu welchen Anschaffungen fuer die Blinden wie spezielle Computerprogramme aber auch Schulgelaendegestaltungs-massnahmen trotz Geldmangels im Stande ist.
Nachmittags sind wir EMS-Freiwilligen dann mit einem Minibus in den nordwestlichen Zipfel Jordaniens nach Umm Quais gefahren, um dort die Ruinen von Gedera zu besichtigen, dass eine aehnliche Geschichte und damit Erscheinungsbild wie Jerash aufweist. Zwar sind die Ruinen nicht so eindrucksvoll wie in Jerash, dafuer ist die Lage um so schoener. Man kann den See Genezareth und die Golanhoehen auf der anderen Seite des Tals sehen.
Trotz Gips am linken Bein konnte ich fast alles besichtigen. Nur das Amphittheater wollte ich dann doch nicht von oben betrachten.
Die Rueckfahrt nach Amman haben wir dann Abends nach dem Fastenbrechen angetreten, da wir am Sonntag noch zum Toten Meer wollten.

Kindergeburtstag

Kindergeburtstag

Ankunft in Umm Quais

Ankunft in Umm Quais

Ruinen von Umm Quais

Ruinen von Umm Quais

Saeulen entlang der ehemaligen Hauptstrasse von Gedera

Saeulen entlang der ehemaligen Hauptstrasse von Gedera

Blick auf die Golanhoehen und den See Genezareth

See Genezareth und Golanhoehen

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