Korrekturen am Rundbrief
Hallo ihr,
ich denke, dass ihr in diesen Tagen meinen Rundbrief nun endlich auch in Papierform zu Gesicht bekommen habt. Auf Bitten des EMS habe ich aus Zeitdruck und manchmal auch Einsicht auf die kritischen Abschnitte verzichtet. Ich kommentiere, daher noch mal die betreffenden Stellen. Ich habe jetzt nicht das Gefuehl zensiert zu werden. Aber damit keine Missverstaendnisse entstehen, stelle ich hier nochmal meine Beweggruende da.
Ich bin inzwischen auch ohne jordanische Residence-Card in den Besitz eines Syrien-Visum gekommen, so dass ich nun mit meinen Eltern nach Damaskus reisen kann. Das EMS haelt das Thema Residence-Card fuer geklaert und ich schliesse mich dem an. Ich habe es aber fuer meine Pflicht gehalten, euch Unterstuetzer ueber die Sache zu informieren. Zumal sie mich schon persoenlich belastet, bsp. der Bluttest, hat.
Die Sache mit dem Essen ist ja intern ein alter Hut. Das auch die Raeume nicht gerade kinderfreundlich gestaltet werden duerfen, ist allerdings neu. Da ihr aber davon nichts wisst, war es fuer mich selbstverstaendlich, in einem der Rundbriefe das auch mal zu erwaehnen.
Im Gegensatz zu einigen Verantwortlich bin auch weiterhin der Meinung, dass die meisten gerne am Wochenende nach Hause gehen. Und das ist auch wichtig so, weil man sie sonst nur von ihren Familien abkappseln wuerde. Das ist gerade etwas, was die Schneller-Schule nicht will, dass aufgrund paradiesischer Bedingungen an der TSS die Kinder nicht mehr zu ihren Familien zurueckwollen. Dennoch habe ich auch vor kurzem einen meiner Jungs besucht, der aus den bisher aermsten Verhaeltnissen stammt und ohne Mutter aufgewachsen ist. Der Vater laesst ihn am Wochenende den ganzen Tag arbeiten, meist verkauft er Kaffee auf der Strasse. Er hasst es am Wochenende nach Hause zu gehen, da er weder lernen noch spielen kann. Und auch heute hat mir ein Junge gesagt, dass er nicht nach Hause will, obwohl er aus guten Verhaeltnissen kommt. Denn das Leben an der TSS ist anders als zu Hause. Immer mit Freunden zusammen und viel Platz zum Spielen, das gibt es am Wochenende nicht. Insofern ist die Sache ambivalent zu sehen.
So wie ich es formuliert hat, impliziert es natuerlich die Frage, warum gibt es dann die Schneller-Schule, wenn ihre Schueler gerne am Wochenende zurueckkehren. Ich denke, dass es weiter Elemente gibt, die die TSS besonders und wichtig machen. Wenn in Deutschland aber meist das Bild von besonders armen Jungs vermittelt wird, kann ich diesen Abschnitt natuerlich so nicht wie im Rundbrief stehen lassen, sondern muss ihn veraendern. Auch wenn ich das Bild in Deutschland des typischen TSS-Schuelers fuer nicht haltbar halte.
Ich habe jetzt Wochenende und werde morgen auf einen archaeologischen Ausflug mit der deutschen Gemeinde machen.
Bis bald,
Euer Matthias
ich denke, dass ihr in diesen Tagen meinen Rundbrief nun endlich auch in Papierform zu Gesicht bekommen habt. Auf Bitten des EMS habe ich aus Zeitdruck und manchmal auch Einsicht auf die kritischen Abschnitte verzichtet. Ich kommentiere, daher noch mal die betreffenden Stellen. Ich habe jetzt nicht das Gefuehl zensiert zu werden. Aber damit keine Missverstaendnisse entstehen, stelle ich hier nochmal meine Beweggruende da.
Ich bin inzwischen auch ohne jordanische Residence-Card in den Besitz eines Syrien-Visum gekommen, so dass ich nun mit meinen Eltern nach Damaskus reisen kann. Das EMS haelt das Thema Residence-Card fuer geklaert und ich schliesse mich dem an. Ich habe es aber fuer meine Pflicht gehalten, euch Unterstuetzer ueber die Sache zu informieren. Zumal sie mich schon persoenlich belastet, bsp. der Bluttest, hat.
Die Sache mit dem Essen ist ja intern ein alter Hut. Das auch die Raeume nicht gerade kinderfreundlich gestaltet werden duerfen, ist allerdings neu. Da ihr aber davon nichts wisst, war es fuer mich selbstverstaendlich, in einem der Rundbriefe das auch mal zu erwaehnen.
Im Gegensatz zu einigen Verantwortlich bin auch weiterhin der Meinung, dass die meisten gerne am Wochenende nach Hause gehen. Und das ist auch wichtig so, weil man sie sonst nur von ihren Familien abkappseln wuerde. Das ist gerade etwas, was die Schneller-Schule nicht will, dass aufgrund paradiesischer Bedingungen an der TSS die Kinder nicht mehr zu ihren Familien zurueckwollen. Dennoch habe ich auch vor kurzem einen meiner Jungs besucht, der aus den bisher aermsten Verhaeltnissen stammt und ohne Mutter aufgewachsen ist. Der Vater laesst ihn am Wochenende den ganzen Tag arbeiten, meist verkauft er Kaffee auf der Strasse. Er hasst es am Wochenende nach Hause zu gehen, da er weder lernen noch spielen kann. Und auch heute hat mir ein Junge gesagt, dass er nicht nach Hause will, obwohl er aus guten Verhaeltnissen kommt. Denn das Leben an der TSS ist anders als zu Hause. Immer mit Freunden zusammen und viel Platz zum Spielen, das gibt es am Wochenende nicht. Insofern ist die Sache ambivalent zu sehen.
So wie ich es formuliert hat, impliziert es natuerlich die Frage, warum gibt es dann die Schneller-Schule, wenn ihre Schueler gerne am Wochenende zurueckkehren. Ich denke, dass es weiter Elemente gibt, die die TSS besonders und wichtig machen. Wenn in Deutschland aber meist das Bild von besonders armen Jungs vermittelt wird, kann ich diesen Abschnitt natuerlich so nicht wie im Rundbrief stehen lassen, sondern muss ihn veraendern. Auch wenn ich das Bild in Deutschland des typischen TSS-Schuelers fuer nicht haltbar halte.
Ich habe jetzt Wochenende und werde morgen auf einen archaeologischen Ausflug mit der deutschen Gemeinde machen.
Bis bald,
Euer Matthias
matze.knecht - 22. Mär, 16:41
