Israel-Palaestina-Reise

Ein frohes neues Jahr euch allen!

Zwei Wochen in einer spannenden Zeit war ich nun in Israel und Palaestina und bin dort vor allem abseits der normalen Touristenziele herumgekommen. Dabei hatte alles so bloed begonnen. Da Johannes Bauchschmerzen hatte, sind wir am 21. Dezember erst so spaet losgekommen, dass wir unten am Toten Meer vor geschlossener Grenze standen. Also Neustart am naechsten Morgen. Wir sind ohne jordanischen oder israelischen Stempel im Reisepass nach Israel eingereist, was ein wenig Ueberredungskunst bedurfte und uns ermoeglicht auch Syrien und den Libanon zu besuchen. Die erste Nacht haben wir bei Nazmi einem Bekannten von Johannes' Eltern verbracht. Mit ihm haben wir einen Rundfahrt um Jerusalem und einen Spaziergang durch Jerusalem gemacht, und er hat uns als Archaeloge viel viel erzaehlen koennen. Danach hat er uns ueber seinen Bruder in einem perfekt gelegenen Hostel fuer spottbillige 6 Euro ein Fuenferzimmer mit anstaendigen Sanitaereinrichtungen und Selbstverpflegung organisiert. Dieser Tag war auch sonst recht stressig, weil der Hessische Rundfunk an diesem Tag auch noch ein Interview machen wollte, mich aber nicht erreicht hatte. Der 24. Dezember war dann ein echt spannender Tag. Morgens bin wieder zurueck zu Nazmi nach Ostjerusalem gefahren, um dort das Live-Interview - Ich hoffe dass ihr am Radio gelauscht habt - zu machen. Danach sind wir nach Bethlehem gefahren, um die Geburtskirche ueber der vermeintlichen Grotte anzuschauen und anschliessend in den internationalen lutherischen Weihnachtsgottesdienst in Bethlehem zu gehen. Abends war ich noch in der Christmette in der deutsch-evangelischen Erloeserkirche in der Jerusalemer Altstadt. Wir waren noch bis Sylvester weiter in Jerusalem. Neben den ganzen antiken und religioesen Statten in und um Jerusalem wie Tempelberg, Klagemauer und Grabeskirche habe ich Holocaust-Museum Yad Vashem, das Israel-Museum und ein paar weitere kleinere Museen besichtigt. Ausserdem habe ich Tagesausfluege nach Massada, der juedischen Festung am Toten Meer, nach Jericho nach Caesarea und Old Jaffa am Mittelmeer und Hebron mit den Graebern von Abraham, Isaak und Josef sowie deren Frauen und den fanatischen Siedlern auf den Daechern der Haeuser der Altstadt, gemacht. In Hebron waren wir nur, weil Nazmi mit seinen guten Kontakten zu palaestinensischen Politik keine Sicherheitsbedenken hatte. An dem Tag hatte es sowieso geschneit, dass kein Mensch irgendwie seine Meinung auf der Strasse gewaltsam publik machen wollte. Sylvester haben wir sieben EMS-Freiwillige im Nahen Osten uns gemeinsam getroffen und haben auf dem Dach eines Hostels aufs neue Jahr angestossen. Am Neujahr sind wir ueber Ramallah nach Nablus gefahren, wo wir einen Islamwissenschaftler besucht haben und zwei Naechte ubernachtet haben. Wir haben morgens die Altstadt angeschaut und konnten dann leider nicht in eine der tradtionnellen Seifenfabriken. Zum Mittagessen waren wir dann bei seiner Familie in Rafat, einem palaestinensischen Dorf in der Naehe der Mauer mit Blick auf Tel Aviv. Die Zeit in der Westbank und Gespraeche mit unseren Gastgebern und auch Nazmi sowie weiteren Bekannten von Johannes haben meinen Horizont stark erweitert.
Die Zeit in der Westbank und mit den Palaestinensischen Intellektuellen, die wir getroffen haben, hat mein Verstaendnis des Palaestina-Konflikt veraendert. Die vielen Checkpoint auf dem Weg nach Nablus waren schon eine Erfahrung an sich. Eine Demonstration in Ramallah mit andauerenden Gewehrsalven in die Luft wegen der Hinrichtung Saddams waren auch nicht ganz ungefaehrlich, so dass wir uns lieber verzogen haben und das Grab Arafats besichtigt haben :-)
Zum Glueck sind wir auf der Rueckfahrt von Nablus nicht in die israelische Razzia in Ramallah gekommen, es war jedenfalls schon ein komischen Gefuehl bei Al-Jazeera die Bilder von den Stellen zu sehen, wo man gerade erst war. Auch der Bericht danach in der Tagesschau verwundert dann einen schon, wenn man gleichzeitig von Nazmi Informationen bekommt, die die Tagesschau einfach nur oberflaechlich erscheinen lassen und auch die Dimension des Einmarsch in Ramallah nicht gut herausstellt. An diesem Abend haben wir uns auch von Nazmi und seiner Frau Haifa verabschiedet, die dafuer mal wieder super fuer uns gekocht hat.

Zur Information: Unsere Besuche in der Westbank besonders in Hebron, Ramallah und Nablus waren weder mit der TSS noch mit dem EMS abgesprochen, wo zu wir aber auch keine rechtlichen Verpflichtungen haben, was wir nachgeprueft haben. Gerade nach dem eigentlich nicht in ihrer Macht stehendem Veto zu unserer Damaskus-Reise, war die Meinung der betreffenden Personen in EMS und TSS zu unseren Reiseplaenen in der Westbank klar. Geht daher als Leser mit diesem Bericht vertraulich um, damit wir im Nachhinein keine Probleme bekommen koennen.

Nun bin ich wieder in Amman, es regnet und die Motivation ist nicht allzu hoch, mit der Arbeit wieder zu beginnen. Zum Glueck sind in zwei Wochen wieder Ferien. Mal schauen, wo es hingeht...

Viele Gruesse

Euer Matthias

Nazmi hat uns gleich am ersten Abend eine Stadtfuehrung zu den wichtigsten Stellen in Jerusalem gemacht

Besuch auf dem Tempelberg

Schnee in Jerusalem

Massada

Tel Aviv bei Nacht von Old Jaffa gesehen

Sylvester-Feier der EMS-Nahost-Freiwilligen auf den Daechern der Jerusalemer Altstadt (v.l: Evi, Mareike, Johannes, Katharina, Anna-Maria, Susanne und ich)

Wir mit Jamal, unserem Gastgeber in Nablus

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